Dienstag, 24. November 2009

alltag

da meine Eltern es sich wuenschen versuche ich jetzt mal ueber ein paar “Typische” oder “alltaegliche” Dinge zu Berichten, achja, ich werd auch von mehreren Seiten immer wieder gefragt, was ich jetzt hier eigentlich genau mache, aber wenn ich das hier im Blogg schreib, kann ichs ja in meinem naechsten Rundbrief nicht mehr schreiben, weils dann schon die meisten wissen und was soll ich denn dann schreiben?

Ich werde euch also vorwarnen bei dem Teil ueber meine Arbeit, dann koennt ihr selber entscheiden, ob ihr es jetzt schon lest, oder erst im naechsten Rundbrief (mitte Dezember) =)

Ja..hm..alltaeglich, das is echt schwer..ich versuchs mal:

Essen: tu ich mit der Hand, mit der Rechten wohlgemerkt, die Linke wird ja im Allgemeinen zum Po abwischen verwendet(dazu spaeter). Beim Essen sitz ich auf nem Stuhl an einem Tisch im Essensraum. Die Trainees essen in einem anderen Raum auf’m Boden (aber schon von Tellern). Neben dem Essenraum ist eine kleine Kueche mit Gasherd, hier kann ich immer wenn ich will auch was “normales” kochen, oder Kaffe/Tee zubereiten. Das normale Essen fuer Alle wird in einer anderen Kueche ueber offenem Feuer zubereitet. Spezielle Sachen (zum Beispiel fuer schleckige Volunteers=) aber auch auf m Gasherd.

Morgens ess ich westlich, so gut es geht, habs mit indisch versucht, aber das geht morgens einfach nicht;-). Heidi und ich haben uns einen Toaster gekauft und so ess ich jetzt meistens Toastbrot mit Marmelade oder Nutella oder mach mit Wheat Dossei (k.a. wie man das schreibt), das ist wie Pfannkuchen, bestehend aus Weizenmehl, wasser und Salz(und fuer gaaaaanz besondere Tage hab ich mir Cornflakes,Haferflocken und Kaba gekauft...westliche Sachen sind hier aber extrem teuer). Mittags gibt Reis mit verschiedenen Saucen, manchmal Huehnchen oder Fisch, Gemuese, kartoffeln etc...das schmeckt eigentlich auch meistens echt gut, nur laeuft mir immer noch die Nase und traenen die Augen, wenns so scharf ist (was es eigentlich immer ist, ausser wenn fuer Michelle, die Tochter von Heide, extra gekocht wird). Aber es ist schon viel besser, als am Anfang!!!

Abends ess ich entweder nochmal Reis mit irgendwas, oder mach mir was extra, oder es gibt Chapatti (selbe zutaten wie Dossei nur viiiel weniger Wasser) mit Tomtatenzeugs(meistens mehr Zwiebeln als Tomaten, schmeckt aber sehr gut). Zweimal die Woche gibt es Theoretisch auch Milchreis, das hab ich aber erst einmal erlebt =)

Das Essen ist echt gut und es gibt irgendwie mehr Geschmacksrichtungen als Daheim hab ich so das Gefuehl. Werd auf jeden Fall versuchen so viel wie moeglich zu lernen, um dann auch in Deutschland fuer Neugierige kochen zu koennen.

Trinken: fuer Westler mit empfindlichem Magen steht in der kleinen Kueche immer ein 20 Liter Kanister Wasser bereit. Wenn der leer ist suche ich oder Heide Sophia, die dann im “American Shop” anruft. Von dort kommt dann ein Mann und bringt auf seinem Fahrrad einen neuen Kanister mit Mineral Water.

Alle anderen trinken Regenwasser, das vom Dach runterlauft (flaches Dach) und unter der Erde gesammelt wird. Bis vor ein paar Jahren wurde noch das Grundwasser verwendet, das ist jetzt aber salzig (ich denke, dass es vom Meer her reindrueckt, sind hier ja auf ca. 0 m ueber NN)

da komm ich auch schon zum naechsten punkt

Wasse/Duschen/Waeschewaschen: Es gibt einen Wasserbehaelter, der mit Grundwasser vollgepumt wird. Wenn der Pegel darin hoch genug ist hab ich fliessend Wasser auf meinem Zimmer(mittags sogar warm Wasser). Ich habe zwei Wasserhaehne, einen in der “Dusche” und einen neben dem Klo. Morgens, nachdem sich alle gewaschen haben, ist der Pegel meistens zu niedrig. Das heisst, ich fuelle schon abends meine Eimer. Aber Duschen tu ich eh meistens Abends, da is dann dann egal. Die Menschen im Dorf haben keine Hauseigenen Wasseranschluesse, jedenfalls die meisten nicht. Es gibt oeffentliche Wasserhaehne, wo so viel ich weiss auch Trinkbares Wasser rauskommt. Jeden Abend fuellen die Frauen dann hunderte von Behaeltern und transportieren diese Heim. Ich war aber auch bei Wasserspeichern, die wegen der ausbleibenden Regenzeit total trocken waren. Dort haben sich dann immer mehrere Familien zusammen getan und sehr tiefe Loecher gegraben, um am Grundwasser zu gelangen (inzwischen ist die Regenzeit da).

In meiner Dusche habe ich einen Eimer und einen Schoepfbecher (so ein ein Liter dings). Mit dem schoepf ich dann das Wasser ueber mich. Geht eigentlich echt gut und verbraucht weniger Wasser, als richtiges Duschen. Haare waschen tu ich meistens unter fliessendem Wasser, obwohl das manchmal Rueckenschmerzen verursacht, weil der Wasserhahn auf ca. 60 cm. Hohe ist. Aber ich kann mich echt nicht beklagen!!!

Der Wasserablauf besteht aus einem Loch am Rand. Dort plaetschert das Wasser dann raus und in einen Graben hinter dem Haus, wo es vor sich hin gammelt (ich hab da sogar schon einen Frosch entdeckt, echt krass, bei dem ganzen Wasch und duschmittel und shampoo wo da drinnen ist). Dort fliesst das Wasser von vier Zimmern hin.

Waeschewaschen passiert von Hand. Am Anfang war ich sehr fleissig und hab fast jeden Tag gewaschen, das hat jetzt etwas nachgelassen. Somit muss ich immer einiges auf einmal waschen, was viel Zeit in Anspruch nimmt. So n tolles Waschbrett hab ich eigentlich nicht. Und es ist fast unmoeglich irgendwelche hartnaeckigen Flecken aus den Klamotten zu bekommen. Eine Hose sieht jetzt schon voll bloed aus, weil da Granatapfelsaft draufgetropft is...nunja. Wenn die Sonne scheint trocknet alles echt schnell..wenn nicht, kann das schon mal ne ganze Weile dauern. Als es jetzt erst ne Weile so viel geregnet hat und es so feucht war, hats einmal mehrere Tage gebraucht und war immer noch so komisch untrocken. Der Geruch der Klamotten wird dadurch auch nicht unbedingt besser...

Aber bald ist ja die Regenzeit vorbei und es wird “schoen” heiss*hust*

Klo: Wo die Ergebnisse eines Kloganges hingelangen wisst ihr ja jetzt schon =D. In meinem Zimmer hab ich eine Western Toilet, echt gut. Zum Runterzpuelen fuelle ich den Eimer neben dem Klo mit Wasser und schuette so schnell und viel hinein, dass es nicht ueberschwapt, aber trotzdem verschwindet (nicht ganz so einfach =). Das Klopapier darf ich nicht ins Klo werfen. Ich sammel es in einer Plastiktuete und verbrenne es regelmaessig. Daran hab ich mich aber relativ schnell gewoehnt und so schlimm ist es auch gar nicht.

Die anderen hier im Center haben indian Toilets. Das ist wie franzoesische Klos glaub ich. Alles wird in der Hocke verrichtet.

Die Menschen in den Doerfen benutzen meistens die Strassenraender als Toiletten, was ziemlich eklig sein kann und beim Laufen muss man IMMER aufpassen, wo man hintritt. Es gibt aber von der Regierung ein Toilettenbau-projekt. Fuer jede fertige Toilette bekommt der Besitzer 2000 Rupien. Vom Center gibt es auch ein Projekt, da hat jede Familie zum Toilettenbau 4000 Rupis bekommen. Wenn man die Betraege zusammen nimmt langt es glaub fuer ein Toilettenhaeuschen im Garten.

Regen: Nachdem die Regenzeit mit Verspaetung endlich Mitte November eingesetzt hat, regnet es hier so ca. jeden Tag (zwischendrinn mal zwei Tage nicht). Manchmal den ganzen Tag so nieselregen, aber oft ist morgens strahlender Sonnenschein und Mittags ist es dann von einer Minute auf die andere stockduster und es faengt an zu schuetten (so hab ich mir den Monsun auch vorgestellt=). Hier freuen sich eigentlich alle ueber den Regen. In mein Zimmer regnet es, wenn der Wind unguenstig steht, leider rein. Aber ansonsten mag ich den Regen auch.

Und jetzt ist grad alles so wundervoll gruen.

Schlafen: In meinem Zimmer hab ich ein Bett, mit Matraze (seehr duenn, aber nicht unbequem) und Moskitonetz. Darin leg ich mich abends oder manchmal auch Mittags zur Ruhe. Die Schwestern und Gaeste haben ebenfals ihre eigenen Zimmer mit Betten.

Auch der Staff und die Trainees haben ihre Raeume (immer ein paar zusammen) wuerden aber nie auf die Idee kommen, alleine in einem Raum zu schlafen. Somit schlafen alle in zwei Raeumen, in denen Tagsueber Unterricht stattfindet, oder die als Aufenthaltsraeume dienen. Achja, sie schlafen auf so Strohmatten.

Zur Zeit ist es ganz witzig, da sich abends viele Strickjacken und so gestrickte Kopfwaermer (etwas zwischen Kopftuch und Muetze) anziehen, damit sie nachts nicht frieren. Sieht echt witzig aus, da alle in Saris schlafen. Die kombination machts =)

Tiere: Das meiste was ich hier zu Gesicht bekomme sind Insekten, richtig komische, manchmal auch ziemlich grosse gibt es da. Ich hatte einmal einen Nachtfalter auf meinem Schlueselloch sitzen, da bin ich richtig erschrocken, der war so gross wie ein Spatz.

Ganz viele Strassenhunde gibt es hier, Katzen dafuer fast keine. Es gibt viele Streifenhoernchen, die ueberall rumrennen. Wenn wir auf ein Dorf rausfahren seh ich immer ganz viele Fauen (pfauen?, Peakocks hald =), auf den Feldern. Das find ich immer sehr faszinierend. Hier in Nagalapuram laufen ganz viele schwarze Schweine rum, mega viele Huehner, meistens mit Kueken, Truthaehne (oder aehnlich) und Ziegen und Schafe. kuehe gibt es relativ wenig. Da haette ich mehr erwartet. Aber man sieht schon oefters mal einen Ochsenkarren vorbeiziehen. Einer Schlange bin ich zum Glueck noch nicht so richtig begegnet, nur als wir mal mit dem Auto gefahren sind, ist erst eine vor uns ueber die Strasse und dann haben wir gesehen, wie ein Adler mit einer gekaempft hat. Sehr faszinierend!!

Energie: Theoretisch gibt es hier Elektrischen Strom. Aber seeehr oft ist Stromausfall. Also eigentlich jeden Tag ein paar Stunden. Meistens so ab 14.00 -18.00 Uhr. Aber auch davor und danach ist immer mal wieder die Energie weg. Manchmal auch den ganzen Tag. Anscheinend ist das organisiert, und es steht in der Zeitung, wo an welchem Tag kein Strom durch die Leitung geht...aber ich hab das Gefuehl dass das nicht so ganz stimmt =)

Laeden: Sind hier sehr viele, die alle das gleiche verkaufen. Ich wunder mich immer wieder, dass die sich alle halten koennen. Meistens kauf ich aber im “American shop” ein. Der Name wurde ihm einmal von irgendwelchen Freiwilligen gegeben. Dort gibt es das meiste und meistens auch frischer, als bei den anderen Laeden (vorallem Brot).

Es ist so, dass man an einer Theke steht, sagt was man will und dann eine Auswahl, oder auch nur das Gewuenschte, gezeigt bekommt. Das heisst, man kann nicht durch den Laden schlaendern und mal einfach so schauen...echt schade.

Klamotten kaufen ist auch ganz witzig. Da sagt man was man will (Sari, oder Junida oder so) und bekommt dann tausende von Exemparen vor sich ausgebreitet. Da heisst es dann seeehr schnell gucken und sich irgendwie entscheiden. Bei Saris muss man dann noch Blusenmaterial kaufen und bei Junidats kauft man nur das Material und gibt es dann zum Schneider.

hm...jetzt faellt mir grad kein Stichwort mehr ein, das ich irgendwie beschreiben koennte. Wer was wissen will, schreibt mir einfach, dann versuch ich das auch noch zu beschreiben.

So also dann komm ich jetzt zu dem Teil mit Arbeit und Tagesablauf und so. ACHTUNG!!ACHTUNG!! Fuer alle Rundbrief Leser...aber hier wirds vielleicht doch n bissl ausfuehrlicher...

erst mal zu meinem grundsaetzlichen Tagesablauf (variabel):

Morgens um 6 uhr ist der erste Prayer, ca. 20 Minuten, in der Kirche, danach ist Staff Prayer(10 Minuten). Um 9.30 gibts Fruehstueck, um 13.00 Lunch. Um 18.30 ist der Eveningprayer(manchmal 20 Minuten, manchmal eine Stunde), danach gibts Abendessen. Um 21.00 ist Staff Prayer(20 Minuten). Um 22. Uhr ist Nachtruhe...die wird aber meistens nicht eingehalten, ich bin dann aber meistens auf meinem Zimmer.

Sooo das ist so grundlegend, der taegliche Ablauf. Sonntags ist kein Morningprayer, dafuer von 9.00 bis 11. 00 Uhr GoDi.

Es sieht jetzt so aus, dass ich nur drei mal die Woche(Di/Do/Sa) in den morningprayer geh. Denn dann habe ich danach Exercise mit den Bordinghome Children. Das sind 10 Minuten morgengymnastik. An den anderen Morgen lieg ich faul im Bett=)

Nach dem Prayer geh ich wieder ins Bett und schlaf bis zum Fruehstueck.

Grunsaetzlich geh ich vormittags zwei mal die Woche ins Daycare centre (Kindergarten) und einmal die Woche zu den Elder People. Mittags hab ich dann an zwei Nachmittagen jeweils drei Stunden Guitar class (immer 6 Trainees jeweils ne halbe Stunde) und dreimal Fluitclass (4 Gruppen, drei davon 2 mal die Woche eine nur einmal (die haben schon bei der letzten Freiwilligen gelernt)). Dazu kommt ab naechster Woche eine Gruppe von Kids, mit denen ich was kreatives mach und Sonntags eine Stunde Singen mit den trainees. Ausserdem geh ich noch Mittwochs mit Heidi ins Tution centre (nach schlu betreuung) und Donnerstag will ich schon seit ich hier bin bei der Playtime der Trainees mitmachen, aber entweder es regnet oder es kam was anderes dazwischen.

Der Plan sagt eh nicht viel aus, weil immer irgendwas ausfaellt, oder sich aendert, oder dazu kommt. Diese Woche geh ich zum Beispiel drei mal zu den Elders, weil die Mitarbeiterin nicht da is und hab weniger Giutar class, weil die meisten Trainees Examen haben.

Hier mal ne Uebersicht:

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

Sonntag

Morgens

Exercise

Exercise

Exercise

Vormittags

Elders

Daycare

Daycare

Service

Nachmittags

Guitar Class

Guitar Class

Chor

Abends(ab17.00)

Gruppe

Fluitclass

Tuition

Playtime

Fluit class

Fluit class

In meiner Freizeit les ich ganz viel (hier sind gaanz viele Buecher, von den anderen Freiwilligen) und lerne Sticken, was eigentlich echt kuhl is. Abends sitz ich meistens bei den Trainees, die auch immer Sticken oder lernen.

Mittags geh ich manchmal in die Naehklasse und Stick dort ein bischen. Mary, eine der Trainees, und die einzige die Englisch spricht, ist meine persoenliche Lehrerin.

Manchmal geh ich auch mit Heidi oder allein in die “Town” um was einzukaufen.

sooo, das wars jetzt mal zu den allgemeinen Sachen. Wie gesagt, schreibt mir, wenn ihr noch was wissen wollt.

2 Kommentare:

  1. ich hab vergessen, zu schreibe, dass ich es mir noch zur Aufgabe gemacht habe in diesem Jahr ein Volutneer Songbook zu tippen. Kasthuri hat immer wieder im Laufe der Zeit fuer diverse Volunteers die Tamilischen lieder in Englischen letters drueber geschrieben. Diese werd ich jetzt alle abtippen und versuchen, das so weit es geht zu vervollstaendigen (mit viiiel Hilfe, da ich ja kein Plan hab was die Zeichen bedeuten =)

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  2. Hab's Wörterbuch gebraucht um alles zu checken, aber interessante Infos. Klasse!
    Karin

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